Editorial Matchball-Ausgabe 03-2015

Matchball – Tennis in Berlin und Brandenburg 03-2015-TitelMatchball – Tennis in Berlin und Brandenburg 03-2015-Titel

Liebe Tennisfreunde in Berlin und Brandenburg,

der sportliche Wettkampf der Sommersaison zeigte mit unseren
großen Turnieren der Senioren in der Pfingstwoche bei
Nikolassee, den Allianz Kundler German Juniors beim LTTC
„Rot-Weiß“ und den Allianz Kundler Grand Champions absolute
Höhepunkte unseres Tennissports.

Bei den TVBB- Verbandsmeisterschaften dominierte erneut
Anna Klasen, die nun zum dritten Mal als Siegerin auf dem
Center-Court der Zehlendorfer Wespen einen Buddy-Bären
mit nach Hause nahm. Sie belegt in der ITF-Weltrangliste inzwischen
den Platz 468. Laslo Urrutia verteidigte ebenfalls
erfolgreich seinen Titel aus dem Vorjahr und belegt aktuell
in der Welt den Platz 690. Der Weg zur höheren Platzierung
in der Weltrangliste ist einerseits mühsam und lang, schafft
aber durch Erfolge im nationalen bzw. regionalen Umfeld
das Selbstvertrauen, das bei den ITF-Turnieren den Weg zum
Turniersieg ebnet. Sympathisch bei beiden Erfolggewohnten
sind ihre selbstlose Fairness gegenüber ihren Gegnern
und ihr selbstkritischer Umgang mit eigenen unerzwungenen
Fehlern, die jeder Tennisspieler kennt. Diese versteckten
Werte wie Fairness und Selbstkritik, nur geschuldet der eigenen
Selbstachtung, bezeugen wie wichtig es ist, diese innere
Haltung bei den heranwachsenden jungen Generationen zu
entwickeln.

Passend zu dieser Beobachtung konnte ich Ende Juni im TC
Schwarz Gold Berlin einem ‚Talk im Club‘ zur „Wertevermittlung
und Nachhaltigkeit des Vereinssports für Kinder und Jugendliche“
beiwohnen. Unter der Moderation des ZDF-Sportjournalisten
Nils Kaben diskutierten unter anderem Dr. Frank
Steffel in seiner Eigenschaft als Präsident der Füchse und
Christian Schenk Zehnkampf-Olympiasieger 1988 in Seoul
diese Herausforderung, die jeder Elterngeneration bei der Erziehung
ihrer Kinder in der Familie und im Verein aufgetragen
ist. Selbstredend konnte diese anspruchsvolle Thematik, die
ganze Bibliotheken mit Fachliteratur füllen kann, nicht umfassend
und abschließend besprochen werden. Dennoch war

das Bewusstmachen dieser Problematik für alle Teilnehmer
den schönen, warmen Sommerabend wert, das eigentlich
Selbstverständliche zu belichten. Gerne wird hierbei auf den
Staat und die Schule verwiesen, die für alles zuständig gemacht
werden. Dem zweifachen Vater Dr. Frank Steffel gelang
es deutlich zu machen, dass nicht nur die anderen gefordert
sind, sondern dass die Wertevermittlung – fast banal zu betonen
– maßgeblich und überwiegend zuhause in der Familie
und in der erweiterten Sportfamilie, dem Verein, stattfindet.
So gesehen lohnt es sich erneut und erneut die individuell erfahrene
Werteskala an die nächste Generation zu vermitteln.
Sei es, wie oben erwähnt, fair zu seinem Gegner zu sein, mit
eigenen Unzulänglichkeiten und Niederlagen umgehen zu
können, sei es aber auch einen Verein wie den TC Schwarz-
Gold als nicht-kommerzielle Oase zu würdigen, weitgehend
geschaffen durch den Arbeitseinsatz seiner Mitglieder.

Gerade im Verein kann es gelingen, das Besondere des Tennissports
erlebbar zu machen. Es muss ja nicht immer ein
organisierter ‚Talk‘ sein, das Gespräch nach dem Wettkampf
beim Mannschaftsessen, das Mithelfen bei einem LK-Turnier
oder das Organisieren des Wintertrainings bieten gute Gelegenheit
Werte zur Geselligkeit, Zuverlässigkeit und Verantwortung
zu vermitteln.

Anregungen zur Werteverkörperung finden Sie möglicherweise
bereits bei den German Wheelchair im August, wenn
die Rollstuhltennisspieler sich zur UNIQLO Wheelchair Tennis
Tour der „27th German Open 2015 – ITF2“ bei den Zehlendorfer
Wespen vom 19. bis 23. August treffen. In den vergangenen
Jahren war es stets ermunternd zu sehen, wie die hochkomplexe
Handhabung des Rollstuhls und des Schlägers den
Tennissport insgesamt beleben kann.

Ihr Klaus-Peter Walter

Präsident des TVBB

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