Editorial Matchball-Ausgabe 03-2013

Matchball - Tennis in Berlin und Brandenburg 03-2013Matchball - Tennis in Berlin und Brandenburg 03-2013

Liebe Tennisfreunde in Berlin und Brandenburg!

Das war Labsal für die Tennisspieler im TVBB, auch wenn nicht gleich ein Wimbledonsieg dabei herauskam. „Bum Bum Bine“ titelte Berlins größte Zeitung „BZ“ ihre Überschrift auf der ersten Seite und gratulierte Sabine Lisicki zur Wimbledon Sensation: „Berlins Lisicki haut Nummer eins der Welt raus!“ Mit strahlendem Lächeln und strahlend weißer Kleidung symbolisiert sie plötzlich in der Welt eindrucksvoll und selbstbewusst die Markenzeichen des Tennissports: Tennis ist toll – Tennis macht Spaß – Tennis ist fair und hat Stil – Tennis ist als weißer Sport attraktiv!

Zugegeben, das Markenzeichen „weiß“ hat sich, jedenfalls in unserem Verbandsgebiet, bestenfalls in bunt gewandelt. Sieht man sich die tadellos gepflegten Anlagen unserer Vereine und Clubs an, bemerkt die zumeist modern und zeitgemäßen Einrichtungen der Clubhäuser sowie die liebevoll zubereiteten Speisen und Getränke mit aufmerksamem und sachkundigem Service der jeweiligen Gastronomie, fällt der Kontrast zum betont nachlässigem Erscheinungsbild vieler unserer – ansonsten höchst anspruchsvollen – Tennisspieler besonders schmerzlich auf. Offenbar glauben viele dieser zumeist männlichen Mitglieder, dass für eine ansprechende, geschmackvolle und anspruchsgerechte Bekleidung nur die Tennisspielerinnen aufgerufen sind.

Auch zugegeben, es mag bei mir am Alter liegen, dass ich mit Tennis Eleganz und Stil verbinde. In den Vereinen wurde die weit bekannte Etikette über die ersten 100 Jahre mit einem gewissen Stolz entwickelt und es ist nicht einzusehen, weshalb dieses Markenzeichen ‚der weiße Sport‘ in den letzten beiden Jahrzehnten ohne Ersatz aufgegeben wurde. Sieht man sich bei den Turnieren um, die nicht wie Wimbledon die weiße Kleidung vorschreiben, ist aber festzustellen, dass gerade jüngere Spielerinnen und Spieler bevorzugt Tennis als weißen Sport sehen. Die Damen Bundesligamannschaft vom TC 1899 Blau Weiss gibt hierfür ein leuchtend weißes Beispiel und hat auch spielerisch den dritten Tabellenplatz in dieser Saison erreicht. Ermuntern möchte ich daher alle die, die erkennen, dass man sich wohltuend von dem Einheitsbunt abheben und damit ein Stück Tradition fortschreiben kann.

Traditionell fand beim LTTC „Rot-Weiß“ das 54. Internationale Jugendturnier statt; professionell leitete das Team der zahlreichen Helfer um Bernd Warneck die 8 Turniertage der Allianz Kundler German Juniors. In den spannenden Endspielen konnten sich die Serbin Ivana Jorovic und der 17-jährige Russe Danil Medvedev in die lange Siegerliste mit bekannten Tennisgrößen wie Steffi Graf und Boris Becker eintragen. Fast wäre es wie in Wimbledon zu einer Sensation gekommen, die passende BZ-Überschrift lag mir auf den Lippen: “Berlins Lena Rüffer haut die Nummer eins des Internationalen Turniers raus!“ In der Tat konnten die zahlreichen Zuschauer zu Beginn des Turniers staunen, wie Lena mit Übersicht geschickt die Geschosse ihrer Gegnerin Viktoriya Lushkova, Nummer 34 der Jugendweltrangliste, neutralisierte und mit traumhaften Assen und perfektem Volleyspiel ihren Coup sicherte. Von Lena werden wir noch viel sehen, da bin ich mir sicher und lesen können Sie es bereits in diesem Heft.

Ihr Klaus-Peter Walter
Präsident des TVBB

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